Karen Irmer | WANDELN

 

WANDELN – Videoinstallation von Karen Irmer in der Kirche St. Moritz
zum Auftakt des Festjahres 1000 Jahre Moritzkirche

Laufzeit: 22.09. bis 4.11.2018
Die Arbeit in der Apsis wird ab der Dämmerung sichtbar.

Eröffnung: 21.9.2018, 18.30 Uhr
Begrüßung: Michael Grau, Kurator Moritzkirche
Einführung: Daniela Baumann, Walther Collection Neu-Ulm/New York
Musik: Sebastian Hausl, Fabian Strauß (Schlag2)

Karen Irmers künstlerische Intervention
Wenn die Wahrnehmung ins Wanken gerät

Die Apsis.
Mit der Dämmerung tauchen kleine weiße Vögel in der Apsis der Kirche auf, ziehen ihre Kreise in der Rundung des Ostchores als Endlos-Loop. Die Künstlerin wirft ihre Lichtprojektion auf die Stelle der Moritzkirche, die durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg den Blick nach außen freigab. Mit ihrer Arbeit bricht sie dort den Raum ins Illusionistische auf, ähnlich den gemalten Sternenhimmeln, die in Sakralbauten die Unendlichkeit des Universums ins Innere überführen. So dringt ein Teil der Außenwelt in den Innenraum – sichtbar, aber nicht greifbar.

Außen und Innen, Kommen und Gehen, Sichtbares und Unsichtbares – Karen Irmers Arbeiten in der Moritzkirche bewegen sich im Spannungsfeld dieser Gegensätze und thematisieren ihre Übergänge. Grenzen verschieben sich fast unmerklich, vermeintliche Eindeutigkeiten werden infrage gestellt.

Das rechte Seitenschiff.
Im rechten Seitenschiff blicken wir wie durch ein Fenster auf eine imposante Wolkenformation von großer ästhetischer Kraft. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich dieses Foto jedoch als verschmelzendes Zusammenspiel von Wasser und Wolken. Wo endet die Gischt, wo beginnen die Wolken? Eine klare Trennung ist nicht möglich.

Die Kapelle.
Das Aufeinandertreffen der verschiedenen Aggregatszustände im rechten Seitenschiff nimmt die linke Seitenkapelle auf. Über eine leicht bewegte Wasserfläche ziehen Nebelschleier hinweg. Die glitzernde Wasseroberfläche lässt erahnen, dass sich Sonnenstrahlen ihren Weg durch die Wolken bahnen. Große Ruhe geht von der Videoinstallation aus; sie verstärkt die meditative Wirkung der Kapelle. In der Nische - sonst dem Kruzifix  vorbehalten - wird während der Ausstellung das Wasser zum Gegenstand der Kontemplation. Diese Videoarbeit in der halbdunklen Seitenkapelle ist als Endlos-Loop ganztags zu sehen und lädt zum Verweilen ein.

Die Multimediakünstlerin Karen Irmer (*1974)
hat an der Kunstakademie München u.a. bei Sean Scully (Malerei)  und Dieter Rehm (Fotografie) studiert. In internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen bricht sie
die Grenzen zwischen Film und Fotografie auf. Sie untersucht Orte, die
wie der Horizont nicht begehbar sind und berührt damit unsere Sehnsucht nach dem Unbekannten. Zugleich löst Irmer mit ihren Arbeiten die Grenzen zwischen realer und imaginierter Welt auf und lädt Betrachter in ein unsicheres Terrain ein, auf dem seine Wahrnehmung infrage gestellt wird.

Auf der Suche nach puren, reduzierten Bildern reist die Künstlerin nach Japan und Korea, ins arktische Island und auf entlegene Inseln. Sie erwandert unbewohnte und karge Gegenden, um dort Inspiration für ihre künstlerische Arbeit zu finden. Ihre jüngste Reise führte Karen Irmer in die Tundra Lapplands und an die Barentsee.

Irmers Ausstellungsliste ist ebenso international. Neben Einzelpräsentationen in München – beispielsweise bei „Kino der Kunst“ oder dem Underdox Filmfestival im Filmmuseum, im Rahmen des Photo Weekend Düsseldorf und in Berlin, war sie auf der „Scope Basel“, der „Freshpaint Contemporary“ Tel Aviv, in Amsterdam sowie in den USA mit ihren Arbeiten vertreten. Im November 2017 wurde sie eingeladen, ein Projekt für die „FRAGMENTA Malta“ zu realisieren.

Informationen
Öffnungszeiten der Moritzkirche: täglich 8.30 bis 20.00 Uhr
Die Arbeit in der Apsis wird ab der Dämmerung sichtbar. Diese beginnt im September um 19 Uhr, Anfang Oktober um 18 Uhr, ab 28. Oktober um 16.30 Uhr
Weitere Veranstaltungen zur Installation
Künstlergespräch Kunst und Kirche im Dialog:
09.10.2018, 19.00 Uhr
Philosophisches Gespräch mit Nicolas Constantin:
16.10.2018, 19.00 Uhr
Künstlergespräch mit Benita Meißner, Leiterin der Galerie für christliche Kunst mit Soundcollage von Jorn Ebner, Klangkünstler, Hamburg/Berlin, 28.10.2018, 16.30 Uhr
Bestandteil des Medienkunstfestivals Lab30, Augsburger Kunstlabor, Kulturbüro:
25.10.-28.10.2018

Weitere Materialien:

Karen Irmer: Vita, Bildmaterial, Portfolio 2018

BR Rundschaumagazin 22.09.2018

sichtbar.art

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