
Ein Projekt für mehr Miteinander in unserer Stadt
„Zeit zum Zuhören“ ist ein Kooperationsprojekt eines breiten Bündnisses in Augsburg. Beteiligt sind: St. Moritz, St. Anna, die sieben ev. Innenstadtpfarreien, das Soziokratie Zentrum Augsburg, die Dekanate 1 & 2 des Bistums Augsburg, die Stadt Augsburg (Büro für Kommunale Prävention), die Lokale Agenda Augsburg und die Telefonseelsorge Augsburg.
Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, das Zuhören wieder sichtbarer und erlebbar zu machen.
Das Projekt lebt von Kooperation – weitere Partnerinnen und Partner sind jederzeit herzlich willkommen.
Warum ist Zuhören heute so wichtig?
Sich ehrlich und authentisch zuzuhören ist eine der wertvollsten Fähigkeiten unseres Zusammenlebens und gleichzeitig eine, die immer mehr verloren zu gehen scheint.
Immer mehr Menschen fühlen sich heute nicht gehört. Statt miteinander zu sprechen, reden wir häufig aneinander vorbei oder übereinander. Oft ohne echtes Interesse oder Empathie für das Gegenüber und allein mit dem Ziel, den andern von dem Eigenen zu überzeugen. Die Folgen sind spürbar: Streit, Wut, Einsamkeit, Rückzug und Radikalisierung. Unsere demokratische Basis gerät ins Wanken, wenn Dialog und echtes Interesse füreinander fehlen.
Wir möchten dem etwas entgegensetzen. Unsere Idee: Zuhören sichtbar und spürbar machen.
Mit unserem Projekt „Zeit zum Zuhören“ bringen wir aufmerksames, echtes Zuhören zurück in die Mitte unserer Stadt Augsburg. Im Mai 2026 haben wir dazu aufgerufen, sich als Zuhörende ausbilden zu lassen. Rund 60 Menschen sind diesem Aufruf gefolgt und haben an einer Grundlagenschulung teilgenommen. Dort haben sie sich intensiv mit den verschiedenen Facetten des Zuhörens beschäftigt: präsent sein, aushalten, nicht bewerten, offenbleiben: eine Herausforderung! Seit Mitte Mai sind diese engagierten Menschen in Augsburg unterwegs. Sie sitzen auf Bänken mit ihren Schildern und laden andere ein, Platz zu nehmen. Einfach da sein. Einfach zuhören.
Auf unseren Zuhörbänken schenken Menschen anderen etwas, das im Alltag oft fehlt:
Zeit, Aufmerksamkeit und ein offenes Ohr. Wir nutzen die Bänke in der Stadt und geben ihnen – für die Zeit, in der jemand von den Zuhörenden darauf sitzt, eine besondere Bedeutung:
Sie werden zu Zuhörbänken. Dabei geht es nicht darum, Probleme zu lösen oder Ratschläge zu geben. Es geht nicht ums Bewerten oder Diskutieren. Es geht um Dasein und ums Zuhören.
Uns ist bewusst, dass die Hürde manchmal groß ist, sich einfach dazuzusetzen und ins Gespräch zu kommen. Genau dazu möchten wir ermutigen: Probieren Sie es aus. Haben Sie den Mut, sich auf dieses kleine Experiment einzulassen. Denn oft entstehen genau daraus wertvolle Momente, mit denen man nicht gerechnet hat. Begegnungen auf Augenhöhe, kleine Verbindungen zwischen Menschen, die sich vorher nicht kannten. Es lohnt sich.
Wenn wir gefragt werden, wie lange das Projekt läuft, sagen wir gerne: Bis sich alle gehört fühlen, bis Einsamkeit weniger wird und unsere Demokratie gesichert ist 😊
Unsere Vision ist es, aus „Zeit zum Zuhören“ eine Bewegung zu machen, eine Haltung in unserer Stadt, die unser Zusammenleben prägt. Eine Haltung, die geprägt ist von Offenheit, Respekt und echter Zuwendung.
Wir sind überzeugt, wenn Menschen einander wirklich zuhören, entsteht mehr Miteinander und weniger Gegeneinander. Wenn wir uns trauen, uns auf einer Bank einander zuzuwenden und die erste Unsicherheit zu überwinden, kann etwas sehr Wertvolles entstehen – für alle Beteiligten.
Und Jetzt?!
Machen Sie mit.
Vielleicht möchten Sie selbst Teil dieses Projekts werden und sich als Zuhörende*r engagieren?
Unsere nächste 3-stündige Basisschulung findet am: 29.September 2026 um 17.30 Uhr in der Innenstadt Augsburgs statt. Anmeldung gerne unter: zeitzumzuhoeren@posteo.de
Vielleicht begegnen Sie uns ja auch mal in der Stadt. Dann zögern Sie nicht, setzen Sie sich gerne dazu, erzählen etwas oder stellen Fragen. Wir freuen uns auf Sie!
Lassen sie sich vom Zuhören anstecken. Wenn Sie sich von der Idee angesprochen fühlen, können Sie sofort im Kleinen beginnen. Wem möchten sie heute zuhören?
Eine der schönsten Liebeserklärungen für das Gegenüber „Ich höre Dir gerne zu!“
Für das gesamte Projekt-Team
geschrieben von Marlene Gölzund Pia Haertinger